Wahrhaftigkeit
Anmeldungsdatum: 15.01.2007 Beiträge: 27
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Verfasst am: 16.01.2007, 04:12 Titel: Der Aufbruch |
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Als in jenen alten Tagen Krieg und Zwist die Menschen entzweiten, und der Krieg tobte und das Verderben herrschte, da fielen die Herzen der Menschen ab von den Religionen, denen sie vorher angehört hatten. Denn das Leid war groß, und es schien keine Hoffnung zu geben.
Doch wenige behielten Hoffnung und Glauben, und sie sollten mit Gottes Hilfe ein gewaltiges Werk vollbringen, um der Vernichtung Einhalt zu gebieten. Und so bauten sie riesige Schiffe, um sich und die ihren zu retten, und sie bestiegen die Schiffe, zusammen mit vielerlei Schriften und alten Werken, die sie geschworen hatten zu bewahren. Und wo sie versammelt waren, da ertönten vielerlei verschiedene Sprachen, und es gab vielerei Worte für den Höchsten, denn sie kamen aus allen Winkeln der Welt.
Doch so gewaltig war das Werk, dass auch die Ungläubigen, die den Glauben verloren hatten, zur Hilfe kamen, und auch sie bestiegen die Schiffe.
So wurde ein Bund geschlossen zwischen Gläubigen und Ungläubigen, denn es war so notwendig, und sie konnten aufeinander bauen. Aufsteigen wollten sie auf der Suche nach neuen Himmeln und Erden, die sie Heim nennen konnten, doch niemals wollten sie den Ursprung vergessen, der sie einte. Und auch die Religionen, die die Menschen getrennt hatten, schlossen sich zusammen, um ihre heilige Pflicht nunmehr gemeinsam zu vollbringen.
So begann dann der Exodus der Menschheit aus ihrer angestammten Heimat, und sie irrten viele Jahre lang umher. Doch als sie auf ihrem vorherbestimmten Weg eingetroffen waren auf neuen Böden, so hatten sie sich verstreut, und lange wurde es still zwischen ihnen.
Die neuen Erden waren fruchtbar, reiche Ernte war der Lohn für die Mühen und Entbehrungen während des Exodos, und die Gläubigen waren zufrieden und dankten ihrem Gott, doch doch Heiden taten solches nicht, sondern rechneten es sich selbst zu. Und es dauerte nicht lange, da fielen die meisten ab vom Glauben, der sie gerettet hatte, und dienten dem schnöden Mammon und der Gier.
Nur wenige bewahrten das Wort des vereinigten Gottes in ihren Herzen, und die alten Schriften und Artefakte hüteten sie wie ihre Augäpfel, um ihre Wurzeln zum heiligen Boden zu bewahren.
Als die Zeit verging, lief unter den Glaubensbrüdern ein schreckliches Gerücht um, dass ihr heiliger, angestammter und verlassener Boden von einer Geißel des Böses vernichtet sei, als Strafe für die Verfehlungen der Menschen.
So wussten sie, dass auch ihre neue Heimat nicht verschont bleiben würde, sollte der Sünde nicht Einhalt geboten werden.
Und der Prophet erhob seine Stimme und sprach zu den Wenigen, und er sprach zu den Vielen, und er sprach zu Gott. Doch nur wenig konnten Worte richten, was die Zeit und die sündige Natur verdorben hatte. Und so spotteten gar viele, oder sie warfen mit Steinen wider dem Boten Gottes.
So verfiel dieser einem heiligen Zorn, und unter den treusten seiner Anhänger suchte er seine Jünger, und er nannte sie die AMET OWS-TIUS in der alten Sprache.
Und diese Jünger sollten umziehen, zu belehren die Unwissenden, zu bekehren die Störrischen, zu läutern aber jene, die dem wahren Glauben entgegentraten.
Doch dann sprach der Allmächtige zu ihm, und der Prophet wiederholte seine Worte:
| Zitat: |
Einst ward ein Bund geschlossen zwischen den Menschen, zwischen jenen, die glauben und jenen, die ihr Heil in der Vernunft suchen, und dieser Bund gilt noch heute. Und so sollt auch ihr diesen Bund achten und nicht bekämpfen die Unwissenden, oder jene, die euren Glauben nicht teilen. Doch wer sich dem uralten Gesetz, welches auch das Göttliche ist, widersetzt, wer seine Ehre auf dem Marktplatz verschachert, wer hochmütig und respektlos anderen gegenüber ist, den sollt ihr richten, und so soll es sein in Ewigkeit.
Eod.
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- Der Historiker, nach alten Überlieferungen
Der Aufbruch. Chronik des Exodus.
Aus der Reihe "Chroniken", Band IV. |
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